Rechercheübersicht · Deutschland

Generationen verbinden.

Was in Deutschland bereits funktioniert: Neun Beispiele für Begegnungen und Zusammenleben von Jung und Alt – von integrierten Einrichtungen bis zu gemeinschaftlichen Wohnprojekten.

Die Ausgangsfrage:

Gibt es in Deutschland Kindertagesstätten und Seniorenpflegeeinrichtungen, die nicht nur nebeneinander bestehen, sondern ihren Alltag miteinander gestalten? Die folgenden Beispiele zeigen unterschiedliche Ansätze. Sie sind keine Rangliste und kein Beleg dafür, wie verbreitet solche Modelle bundesweit sind.

Wonach wurde gesucht?

Ein gelegentlicher Besuch der Kita im Pflegeheim ist etwas anderes als ein dauerhaftes generationenübergreifendes Konzept. Deshalb unterscheiden wir bewusst verschiedene Integrationsgrade.

① Gemeinsamer OrtUnter einem Dach oder auf einem verbundenen Gelände.
② Regelmäßiger KontaktWiederkehrende statt nur einmalige Begegnungen.
③ Gemeinsamer AlltagAktivitäten und möglichst auch spontane Begegnungen.
④ Verankertes KonzeptLangfristig organisiert statt rein anlassbezogen.

A · Integrierte Einrichtungen

Kita und Seniorenpflege sind räumlich und konzeptionell eng verbunden. Wie häufig der Alltag tatsächlich gemeinsam stattfindet, muss je Einrichtung gesondert geprüft werden.

Beispiel 01

Mehrgenerationenhaus Blankenburg

Blankenburg · Sachsen-Anhalt

Kindertagesstätte und Pflegeeinrichtung unter einem Dach. Berichtet wird über gemeinsames Spielen, Backen und weitere Begegnungen im Alltag.

Einordnung: Starkes Beispiel für räumliche Integration. Umfang und Häufigkeit gemeinsamer Angebote bitte anhand aktueller Berichte prüfen.
Beispiel 02

Anna Haag Mehrgenerationenhaus

Stuttgart · Baden-Württemberg

Ein Haus mit Angeboten für Kinder, ältere Menschen und weitere Generationen. Intergenerative Aktivitäten sind Teil des erklärten Konzepts.

Einordnung: Besonders einschlägig, weil generationenübergreifendes Leben ausdrücklich beschrieben wird.
Beispiel 03

AWO Haus der Generationen

Neuwied · Rheinland-Pfalz

Eine Kita ist mit einem Seniorenzentrum verbunden. Begegnungen zwischen Kindern und älteren Menschen sind Teil der Einrichtungsidee.

Einordnung: Konzeptionell integriert; konkrete Tagesabläufe und Frequenzen sind zusätzlich zu verifizieren.
Beispiel 04

Kita Kinderland & Haus Amandum

Oranienburg · Brandenburg

Räumlich verbundenes generationenübergreifendes Projekt, das Begegnungen zwischen Kita-Kindern und älteren Bewohnerinnen und Bewohnern ermöglicht.

Einordnung: Gemeinsame Nutzung und regelmäßiger Austausch werden beschrieben; konkrete organisatorische Integration prüfen.
Beispiel 05

Generationenhaus St. Josef

Rheinhausen · Baden-Württemberg

Kindertagesstätte und Seniorenpflege befinden sich im selben Gebäude; generationenübergreifende Begegnungen sind Teil des Ansatzes.

Einordnung: Räumlich integriert. Der Anteil gemeinsamer Alltagsaktivitäten sollte vor einer stärkeren Aussage bestätigt werden.

B · Dauerhafte Kooperationen

Hier arbeiten getrennte Einrichtungen langfristig zusammen. Das ist mehr als ein Einzelbesuch, aber nicht automatisch ein vollständig gemeinsamer Alltag.

Beispiel 06

Generationenhaus Stuttgart-Stammheim

Stuttgart-Stammheim · Baden-Württemberg

Das Luise-Schleppe-Haus und eine benachbarte Kindertagesstätte gestalten gemeinsame Angebote, etwa Frühstücke oder Gartenaktivitäten.

Einordnung: Regelmäßige gemeinsame Angebote; eher Kooperation als vollständig integrierter Tagesablauf.
Beispiel 07

Käte-Reiners-Kindergarten & Alten- und Pflegeheim

Husum · Schleswig-Holstein

Der Kindergarten der Lebenshilfe Husum beschreibt eine langjährige Kooperation mit dem städtischen Alten- und Pflegeheim. Kinder und Bewohner treffen sich in regelmäßigen Abständen.

Einordnung: Dauerhafte Kooperation nach Selbstdarstellung; keine gemeinsame Einrichtung unter einem Dach.

C · Weitere Modelle des Miteinanders

Diese Projekte beantworten die Frage nach Kita und Pflegeheim nicht unmittelbar. Sie zeigen andere Wege, Generationen im Alltag zusammenzubringen.

Beispiel 08

staTThus – Generationenwohnen

Husum · Schleswig-Holstein

Gemeinschaftliches Wohnprojekt für Menschen verschiedener Altersgruppen mit gemeinsam genutzten Bereichen und Begegnungen im Wohnalltag.

Einordnung: Generationenübergreifendes Wohnen, keine integrierte Kita-Pflegeheim-Einrichtung.
Beispiel 09

Mehrgenerationenhaus Husum

Husum · Schleswig-Holstein

Die Evangelische Familienbildungsstätte schafft mit Begegnungs- und Bildungsangeboten Kontaktmöglichkeiten zwischen Menschen verschiedener Generationen.

Einordnung: Offenes Begegnungshaus; kein gemeinsamer Pflege- und Kitabetrieb.

Was lässt sich daraus schließen?

Es gibt in Deutschland konkrete Ansätze, die Generationen zusammenbringen – darunter auch Einrichtungen mit Kita und Seniorenpflege am selben Standort. Daraus folgt jedoch nicht, dass diese Angebote flächendeckend verfügbar sind oder ausreichend finanziert werden.

Ebenso wichtig: „unter einem Dach“ bedeutet nicht automatisch „vollständig gemeinsamer Alltag“. Die Liste macht deshalb sichtbar, welche Beispiele dem ursprünglichen Suchkriterium nahekommen und welche andere Formen der Begegnung zeigen.

Transparenzhinweis zur Recherche: Diese Seite ist eine redaktionelle Arbeitsübersicht aus einer ersten Recherche, keine abgeschlossene wissenschaftliche Untersuchung. Die verlinkten Quellen dienen der Nachprüfung. Die aktuellen Betriebsformen, die Frequenz der Begegnungen sowie einzelne Detailangaben wurden für diese HTML-Fassung nicht unabhängig bei allen Einrichtungen bestätigt. Vor Veröffentlichung als abschließend verifizierte Sammlung sollten die Links und Angaben nochmals geprüft werden.

Die konstruktive Anschlussfrage lautet: Was können wir von bestehenden Einrichtungen lernen – und was wäre nötig, damit gute Konzepte häufiger entstehen?